Unternehmen Rosengarten
Perry Rhodan meets Con-Center "Rosengarten" again.
von Reiner Krauss
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Reiner Krauss |
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Zum 50-jährigen Jubiläum fand vom 30. September bis 2. Oktober 2011 nach vielen Jahren wieder ein "Perry Rhodan"-WeltCon statt. Rhodan ist zurück auf der Bühne des Konvent im "Rosengarten Congress Center Mannheim". Dort, wo vor 30 Jahren der erste WeltCon geboren wurde. Ein großes Jubiläum galt es zu feiern, denn die "Perry Rhodan"-Serie ist mit Abstand einmalig. Nirgends findet man eine so umfangreiche, fortlaufende Romanserie, nirgends haben so viele fantastische Ideen, über die Jahrzehnte auch immer ein Spiegelbild ihrer Zeit, in eine Science-Fiction-Serie zusammengefunden.
Die Stars bitte auf die Bühne!
Neben einem Präsentationsbereich mit Risszeichnern, Fandoms und einer Modell-Ausstellung u. a. auch der ESA, sowie einem SF-Flohmarkt zum Ergattern von fehlenden Raritäten aus der Serie, fanden sich Rollenspielbereiche und Kunstausstellung im Foyer. Doch allein schon der Aufgang beim Betreten des Mannheimer Rosengarten Congress Center führte einen in die Welt des Perryversums. Lebensgroße Figurenaufsteller von Perry und Gefährten wiesen den Weg und entführten den Besucher sogleich in eine andere Welt.
Natürlich waren die eigentlichen Stars an diesem Wochenende die Macher der Serie. Allen voran der Exposé-Autor Uwe Anton, gefolgt von Frank Borsch, Rainer Castor, Arndt Ellmer, Hubert Haensel, Marc A. Herren (dem Organisator des Cons), Leo Lukas, Christian Montillon, Verena Themsen, Michael Marcus Thurner und Wim Vandemaan sowie Altmeister Hans Kneifel. Aber auch die Illustratoren wie Arndt Drechsler, Alfred Kelsner, Swen Papenbrock und Dirk Schulz durften nicht fehlen. Als Ehrengäste seien erwähnt der Schauspieler Bruno Eyron, der Bestsellerautor (und Gastschreiber für Rhodan) Andreas Eschbach, Markus Heitz, Iny Lorentz, Kai Meyer, Uschi Zietsch und dem auch aus Funk und Fernsehen bekannten Autor Frank Schätzing.
Von Mozart und Goethe bis Perry Rhodan!
Zur Eröffnung der Veranstaltung fand eine multimediale Reise durch die Jahre statt. Der mit über 2000 Gästen vollgefüllte "Mozartsaal" war die Bühne für dieses Event. Animierte Coverbilder reflektierten die Serie im Wandel der Zeit. Begleitet von Szenenapplaus bei Titelbildern mit verstorbenen Schreibern und Künstlern. Anschließend kündigte Wim Vandemaan an, die Serie inhaltlich einmal zusammenfassen zu wollen. Zunächst ein Staunen unter den Gästen im Saal, denn mehr als 2600 Bände zu reflektieren? … Da würden wir am nächsten Wochenende noch hier sitzen, war der Gedanke, den sofort jeder hatte. Doch es kam anders.
Es wurde unterhaltsam, es wurde lustig und kurzweilig, denn nette Zitate so mancher Stilblüten aus den vergangenen Jahrzehnten der Heftserie brachten ihm die Lacher und eine begeisterte Menge an Zuhörer, die an seinen Lippen klebten. Er reflektierte auch, dass es zu jeder Zeit Kritiker der Literatur gab, die selbst Werke von Goethe seiner Zeit milde belächelten.
"Perry Rhodan"-Romane sind manchmal mit einfachem Deutsch bestückt, wo man nicht sicher ist, ob es eher ironisch gemeint ist, aber nichtsdestotrotz finden wir auch "Perlen der Literatur". Eine Serie, die solange schon erfolgreich ist und von diversen Autoren lebt, wird auch weiterhin Schwankungen unterworfen sein und im Wandel der Zeit stehen.
Allan D. Mercant ein durchgeknallter Finanzjongleur
Weltbestseller Andreas Eschbach dokumentierte anschließend, in vergleichbar origineller Art, welche Leistung die Redaktion und Autoren bis heute erbracht haben, um 50 Jahre erfolgreich zu sein. Kein sonstiges Romanwerk ist je so lang und hat eine solch umfangreiche fortlaufende Geschichte. Einzigartig in der Welt. Er reflektierte, welche Visionen aus den ersten Jahrzehnten der Serie heute Realität geworden sind und was man sich damals nie zu träumen gewagt hätte. Dazu zählt sicherlich, dass es damals niemand für möglich gehalten hat, dass ein paar durchgeknallte Finanzjongleure die Weltwirtschaft gefährden könnten. (… und es in Zukunft leider noch weiter tun dürfen. Anmerkung des Autors)
Sex im Weltraum: Zu prüde oder zu besoffen?
Der WeltCon hatte viele Programmpunkte, u. a. auch Vorträge zur wiedergeborenen – oft erotisch angehauchten - Comic-Serie "Perry – unser Mann im All", einer der führenden Köpfe des "Alligatorfarm-Teams" war zugegen: Kai Hirdt. (Interview beachten). Weiterhin auch Vorträge des Repräsentanten der ESA, Dr. Rüdiger Jehn, zur realen Weltraumfahrt unter dem Titel "Von Science-Fiction zur angewandten Raumfahrt".
Der Auftakttag begann mit einem Rückblick nach dem Motto "Wie alles begann – die Geburt einer Legende". Der zweite Tag führte uns durch die "'Perry Rhodan'-Chroniken", aber auch zum originellen "SF-Literarischen Quintett", einem Stammtisch u. a. mit Andreas Eschbach, Wim Vandemaan und Frank Schätzing.
Letzter wurde von Andreas Eschbach dezent aufgefordert, doch auch mal als Gastautor für Perry Rhodan einzusteigen. Dieser gab wirklich nach – begleitet von aufbrausenden und motivierenden Applaus der Zuhörer – willigte er ein, so es seine Zeit erlaubt, dabei zu sein bei der größten SF-Serie der Welt. Es gehört für deutsche SF-Autoren wirklich zum guten Ton – und ist eine Ehre - einmal im Leben ein Teil zum Perryversums beigesteuert zu haben.
Im Rahmen der weiteren Talkrunde kamen diverse Themen aus der Serie zur Sprache, auch z. B. das Thema Sex bei "Perry Rhodan". Nun, in der letzten Zeit ist man hier und da durchaus auch mal deutlicher – um nicht zu sagen "deftiger" - und emotionaler geworden, doch ist dies nicht das Hauptthema einer SF-Serie. In dem Zusammenhang kam Frank Schätzing auf den Bezug zur realen Raumfahrt und der ewigen Diskussion: "Hatten sie nun Sex im Weltraum oder nicht?" Sein, mit lautem Lachen begleiteter, Kommentar dazu: "Die Amis waren zu prüde und die Russen zu besoffen dazu."
Mehr Weiblichkeit gefällig?
"Perry Rhodan"-Leser sind immer auch Leser, die sich für Wissenschaft und Technik begeistern. Vielfach wird behauptet, dass Frauen kaum "Perry Rhodan" lesen. Auf dem WeltCon präsentierte sich mir jedoch ein anderes Bild, denn es war durchweg keine reine "Altherren"-Männergesellschaft die mit dem Titelheld gealtert ist – auch wenn einige geehrte Anwesende bereits Leser der ersten Stunde waren. Nein, Jugendliche begeisterten sich auch für die Sammelkartenspiele und die Damenwelt zeigte Flagge im Foyer und in den Sälen. Exemplarisch für mehr "Frauenpower" steht der jüngste Zugang im Autorenteam der Serie: Verena Themsen. Sie bringt den Touch von Fantasy mit und hatte bisher bereits für "Elfenzeit" sowie "Perry Rhodan Action" geschrieben.
"Perry Rhodan" goes eBook!
In der sogenannten "Multimedia-Lounge" präsentierte die sehr sympathische und humorvolle Miriam Hofheinz (Bookwire GmbH; ehemalige Mitarbeiterin bei "Perry Rhodan") einen neuen eBook-Reader aus Kanada. Selbstverständlich "gefüttert" mit "Perry"-Lesestoff und zum selber ausprobieren. "Kobo" heißt das neue "Teil" und hat auf der diesjährigen Buchmesse seine Deutschland-Premiere gefeiert. Mein Eindruck: Sehr schönes Gerät mit schwarzem, gummiartigem Kunststoffgehäuse. Wirkt sehr robust und kommt mit eInk-Touchscreen und "Home-button" daher, sodass die Bedienung kinderleicht von der Hand geht. Eine Überlegung wert in den nächsten Wochen, also auch für mich, denn ich suche noch ein Geschenk für Weihnachten. Weiterhin konnte ich Miriam zu den Entwicklungen und Vorstellungen in diesem neuen, wachsenden Segment befragen (Interview beachten). Anschließend war eine Pause nötig, also ab in die direkt anschließende "Vurguzz-Bar" und einen Drink nehmen.
Die Zukunft beginnt neu!
Neben weiteren Con-üblichen "Begleiterscheinungen" wie Merchandising und Verkaufsständen, u. a. die Kinoversion des Dokumentarfilms "Perry – unser Mann im All" war an einem Sonderstand als DVD zu erwerben, eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen ließ, sowie Signierstunden, Fototermine und "Kaffeeklatsch" – übrigens alles ohne Extrakosten – warteten alle durchaus mit Spannung auf die Präsentation der nun frisch zum Con gestarteten neuen Serie "Perry Rhodan NEO – die Zukunft beginnt von vorn". Chefredakteur Klaus N. Frick präsentierte das Konzept und den Rahmen der neuen Serie, die zunächst für acht Bände angelegt ist, aber schon jetzt für weitere acht konzipiert wird. "Das Jahr 2036: Krieg, Terror, Naturkatastrophen. Die Menschheit steht vor dem Untergang. Doch dann trifft ein Mann auf Außerirdische".
Damals im Jahre 1961 stand die Welt auch vor einem Abgrund, denn der "Kalte Krieg" erreichte einem Höhepunkt und eine atomare Zerstörung der Erde war denkbar. Heute hat sich der Rahmen geändert, … doch wirklich dazugelernt, hat die Menschheit leider nicht! Darum bleiben die positiven Visionen von Perry Rhodan und seiner geeinten Menschheit – genannt Terraner – weiterhin so wichtig wie eh und je.
Bei einem Erfolg dürfen wir auf mehr Lesestoff hoffen, denn ein Neuanfang mit aktuellem Hintergrund unserer Welt, mit iPad-Technik von heute statt Lochkarten-Computer von damals, könnten auch interessierte Neueinsteiger den Weg in ein zweites Perryversum finden.
In diesem Sinne auf weitere 50 Jahre Perry Rhodan … ad Astra (zu den Sternen)!
Informationen zum Thema:
http://s56.photobucket.com/ - Bildergalerie zum "Perry Rhodan"-WeltCon 2011 in Mannheim

